Hypermotion Think Tank „Leichter liefern“: Es tut sich was in der Stadt

Bei der Talk-Reihe in Frankfurt sieht ein Vertreter von UPS größere Offenheit bei Kommunen, auch für Mikrodepot-Lastenradkonzepte. Andererseits bleibt viel zu tun in Sachen Stellflächen und Prozessbeschleunigung.

Es tut sich was in Sachen nachhaltiger und neuer Zustellformen in der urbanen Logistik. Das ist auch nötig in Anbetracht der Klimaschutzvorgaben, Einfahrrestriktionen und zugleich wachsenden Sendungsmengen. Und doch sind die Prozesse noch zu langsam, zu wenig standardisiert, zu kleinteilig. Vor allem mangelt es an Stellflächen für Mikrodepots. Das ist das Fazit des VISIONmobility Think Tanks „Leichter liefern auf der letzten Meile“, der im Rahmen der Mobilitätsplattform Hypermotion in Frankfurt neue Lösungen unter Moderation von VM-Redakteur Johannes Reichel erörterte. Stellvertretend für alle Referenten brachte Michael Borner, LCV-Spezialist von Renault Deutschland auf den Punkt:

„Wir brauchen dringend andere Fahrzeuge. Sie müssen kleiner, vernetzter, flexibler, elektrisch angetrieben und irgendwann vielleicht auch autonom agierend sein“, skizzierte der OEM-Vertreter.

Er sieht in Anbetracht von jährlichen Steigerungsraten im E-Commerce von 15 Prozent einen entsprechend hohen Bedarf an Fahrzeugen und sieht auch durch den Faktor Demographie kein Ende des Lieferbooms. „Besonders ältere Leute wollen sich die Sachen liefern lassen“, so seine Analyse.

Renault ist dabei einer der Pioniere in Sachen elektrisch angetriebener Lieferwagen, den Twizy Cargo, Kangoo Z.E. und Master Z.E. soll im nächsten Jahr sogar noch ein Zoe Cargo ergänzen. Reichweite und Ladeinfrastruktur sieht Borner in dieser Anwendung übrigens nicht als Problem an: „Hier werden maximal 100 Kilometer täglich gefahren und über Nacht kann im Depot geladen werden“, so seine Analyse.

Vision: Elektrisch, vernetzt, teilautonom

Borner schätzt, dass von den vielen Ansätzen, die im Moment fahrzeugseitig experimentiert werden, sich am Ende einige wenige herauskristallisieren werden. Aus Renault-Sicht könnte es ein System sein, wie der E.Z. Pro, ein teilautonomer, vollelektrisch angetriebener Fahrzeugverbund aus Leader- und „Bot“-Fahrzeugen, die gemeinsam aus den Depots in der Vorstadt ausrücken und von einem „Concierge“ koordiniert werden. Besonders wichtig: „Sie lassen sich auch als Hub nutzen und sind hochflexibel“.

Dreh- und Angelpunkt Mikrodepot

Überhaupt dreht sich in der Lieferlogistik alles um das Thema Hub, sprich Mikrodepots oder Zwischenlager. Selbige hat der Paketdienstleister UPS bei seinem 2012 in Hamburg gestarteten, mittlerweile auf zahlreiche Städte ausgedehntes Konzept aus Cargobikes und Mikrodepots zum Dreh- und Angelpunkt gemacht. Und sie spielen auch eine zentrale Rolle bei der neuen Lieferlösung von Rytle, die eine modifizierte Lkw-Wechselbrücke als Ausgangspunkt für die Belieferung mit E-Cargobikes nutzt.

„Mit diesem Prinzip realisieren wir eine Effizienzsteigerung von bis zu 50 Prozent gegenüber der herkömmlichen Zustellung mit Großraumtransportern“,

resümiert Dr. Kristian Schopka vom Start-Up-Unternehmen, das zu der nach dem Box-in-a-Box-Prinzip konzipierten Hardware auch eine passende Telematiksoftware sowie Liefer-App ergänzt. Er hofft auf das „Pac-Man“-Prinzip: „Mit unserem Ansatz wollen wir die Luftverschmutzung quasi auffressen und die Städte mit Cargobikes fluten“. Auch für leichte Elektrofahrzeuge und E-Cargo-Scooter sieht er dabei übrigens noch große Potenziale.Aber bis es soweit ist, muss noch viel passieren. Zum einen müssten Unternehmen ihre Logistikprozesse anpassen an die neuen Lieferformen. Vor allem aber müsste die Politik den Potenzialen der Lastenrad-Belieferung mehr Aufmerksamkeit widmen. „Auch die Städte müssen sich öffnen, wir brauchen dringend mehr Stellflächen und raschere Prozesse“.

Zähe Prozesse: 18 Monate vom Start bis zur Umsetzung

In letzterem Punkt pflichtet auch Klaus Stodick, City-Logistik-Spezialist bei UPS, dem Rytle-Mann Schopka bei. In Frankfurt etwa, wo neben Hamburg und München in größerer Dimension mit Cargobike-Mikrodepot-Konzept, unter anderem mit Bikes von Rytle, gearbeitet wird, habe es 18 Monate von den ersten Gesprächen bis zur Umsetzung gedauert. „Da hat man mit sieben verschiedenen Referaten zu tun, das bremst enorm“. Er sieht aber auch eine deutliche Lernkurve bei den Kommunen, die unter dem steigenden Handlungsdruck im Zeichen von Klimaschutz und Luftreinhaltung, proaktiv auf den US-Paketlogistiker zukämen.

Auch die mittlerweile initiierte massive Förderung solcher Projekte durch den Bund wirke sich positiv aus. Unter anderem Städte wie Stuttgart und Aachen hätten den Posten von Logistikbeauftragten geschaffen, die koordinierend tätig seien. „Wir brauchen hier feste Prozesse und skalierbare Abläufe, auch wenn die Konzepte je nach Stadt angepasst werden müssen“, konstatierte Stodick.

Knappe Ressource: Stellflächen sind und bleiben rar

Der größte limitierende Faktor aus seiner Sicht ist ohnehin der verfübgare Raum, knappe Ressource in boomenden urbanen Zonen. Hier sieht er gewisse Entlastungspotenziale durch die Reduzierung klassischer Verkaufsflächen, die frei würden, aber eben auch für die Nutzung gezielt erschlossen werden müssten. Er zeigte sich hier auch offen für die kooperative Nutzung solcher Areale mit konkurrierenden Diensten, wie es etwa in Berlin Prenzlauer Berg derzeit erprobt wird.

Fahrzeugseitig ist Stodick übrigens etwas anderer Ansicht als Renault-Mann Borner: Elektrisch, ja, ganz klar. Hier ist UPS einer der Pioniere, auch mit den „upgecycelten“ und mit EFA-S umgerüsteten Zustellfahrzeugen von Mercedes-Benz. „Wir können und wollen auf unsere 7,5-Tonner nur schwer verzichten. Dafür sind die Paketmengen einfach zu groß. Außerdem schaffen wir mit einem Fahrzeug die Menge von mehreren kleinen Vans weg“, beschreibt er. Auch schwere Trucks sind für UPS in den City-Logistikprojekten im Einsatz, aber eben nur zwei Mal täglich, wenn sie die Wechselbrücken aus dem Depot bringen und an den Mikrodepotstellplätzen absetzen.

Spürbare Entlastung: Von zehn Transportern bleiben drei übrig

In Summe reduziert sich das Aufkommen an Lieferfahrzeugen dennoch massiv, wie Stodick anhand einer Graphik darstellt: In München waren in der citynahen Zone vorher zehn 3,5-Tonner-Lieferfahrzeuge unterwegs, jetzt sind es noch deren drei – die Feinverteilung übernehmen 14 Cargobikes. Nebeneffekt: Man braucht viel weniger qualifizierte Fahrer, die ohnehin schwer zu finden sind. Was zu beweisen war: So lässt sich tatsächlich leichter liefern.

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Veröffentlicht: 21. November 2018 von Johannes Reichel, logistra.de

GLS beliefert Oldenburg emissionsfrei

Der Paketdienstleister stellt auf ein nachhaltiges Konzept für die Belieferung der Oldenburger Innenstadt um – abgasfrei und leise liefern künftig E-Bikes und ein E-Van.

„Für eine lebenswerte City“ lautet das Ziel, für das der KEP-Dienstleister GLS in der Oldenburger Innenstadt künftig auf eine emissionsfreie Zustellung setzt. Vier Diesel-Transporter ersetzt das Unternehmen künftig durch vier E-Bikes von Rytle und einen Nissan eNV 200 Van. Der Paketdienst arbeitet bei der Umsetzung des neuen Nachhaltigkeitskonzeptes eng mit seinem Transportpartner Citipost Nordwest zusammen.

Zum Zustellgebiet gehört laut GLS auch die Fußgängerzone der Stadt. Mit Transportern ist sie nur bis 10 Uhr befahrbar, die nun eingesetzten Lastenräder dürfen dank Sondergenehmigung bis 13 Uhr passieren. Als weitere Vorteile der neuen Zustellmethode nennt der Dienstleister eine höhere Akzeptanz der Räder bei Fußgängern, zudem sind diese wendig und benötigen kaum Platz zum Parken – Die Zusteller liefern also umweltschonender, flexibel und effizienter, so GLS.

Umfassend konzipiert
Ein neues City-Depot am Rand der Fußgängerzone ermögliche außerdem kurze Anfahrtswege, erklärt der Paketzusteller. Nach der Anlieferung aus dem GLS-Depot in Oldenburg-Tweelbäke werden die Pakete vor Ort auf Wechselboxen sortiert. Diese 1,7 Kubikmeter fassenden Behälter sind eine Besonderheit der MovR, so der Name der E-Bikes des Anbieters Rytle und erleichtern die Beladung. Sie lassen sich in einer Minute ab- und aufkurbeln, so dass Pakete nicht einzeln auf das stehende Rad umgeladen werden müssen. Zudem können die Boxen bestückt werden, auch während die Zustellfahrer unterwegs sind. In München setzt UPS die Rytle-Räder bereits mit Erfolg ein, LOGISTRA berichtete.

Fit für die Innenstadt

Die Lastenräder verfügen über eine maximale Zuladung von 180 Kilogramm, während ihrer Tour laden die Zusteller mehrmals Wechselboxen nach. Die nominale Gesamtleistung des eBikes liegt bei 250 Watt, bei der Anfahrt unterstützen zwei Elektromotoren mit einem maximalen Drehmoment von jeweils 100 Newtonmetern. Ein Ersatzakku-System gewährleistet den reibungslosen Betrieb auf Strecken über 60 Kilometer. Der neue eVan Nissan eNV 200 ermöglicht es dem Paketer, die Innenstadt auch außerhalb der Fußgängerzone emissionsfrei zu bedienen und verfügt über eine Reichweite von 170 Kilometern und eine Nutzlast von bis zu 770 Kilogramm.

Grün Vorgesorgt
Das nachhaltige Konzept ist gemeinsam mit dem Last-Mile-Unternehmen Citipost Nordwest entstanden. „Durch die enge Zusammenarbeit können wir unseren Service in der Oldenburger City sicherstellen, auch wenn es in Zukunft zu Fahrverboten kommt“, sagt Anne Putz, Head of Communication & Marketing bei GLS. Jan Fitzner, Geschäftsführer von Citipost Nordwest, fügt hinzu: „Unser Projekt trägt dazu bei, unsere Innenstädte lebenswert zu erhalten. Es zeigt, dass emissionsfreie City-Logistik technisch und ökonomisch funktioniert.“

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Veröffentlicht: 09. November 2018 von Julian Krahl, logistra.de

 

E-Lastenräder – Die neuen Player mit Elektro-Antrieb

Citkar, Gazelle oder Rytle: Lastenräder auf einer IAA Nutzfahrzeuge schienen bisher undenkbar. Doch die Konzepte kommen an.

Die IAA Nutzfahrzeuge ist bekannt für – klar – Lkw. Doch in diesem Jahr mischte ein Fahrzeugtyp die Branche auf, den man normalerweise einer anderen internationalen Leitmesse zuordnet: der jährlich stattfindenden Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen. Gemeint sind Lastenräder, die in vielen Variationen ausgestellt waren. Ein Beispiel stammt vom Berliner Start-up Citkar. Das E-Cargobike namens Loadster hat vier Räder, der Fahrer tritt sitzend in die Pedale. „Man fühlt sich wie in einem Kettcar“, erklärt Sven Kindervater, Marketing- und Vertriebs­leiter bei Citkar. Der Vergleich mit dem Kinderfahrzeug kommt nicht von ungefähr: Citkar-Gründer Jonas Kremer kam vor fünf Jahren auf die Idee zum Loadster, als ihm ein kleiner Junge mit einem Kettcar entgegenfuhr. Wichtig waren dem Team aber im Unterschied zum Kettcar ein Dach und eine Frontscheibe, um dem Fahrer mehr Komfort zu bieten.

Auch das Thema Sicherheit schreibt Citkar groß. Rückspiegel, Blinker und vor allem Sitz und Lenkrad erinnern mehr an ein Auto als an ein Fahrrad. Trotzdem benötigen die Fahrer keinen Führerschein, denn der Loadster darf maximal 25 km/h schnell fahren und gilt somit als Pedelec. Bisher gibt es fünf Exemplare, eines davon testet seit Oktober der Onlineversandhändler Zalando in Berlin. Die Lastenräder sind laut Zalando mit 500 Liter Transportvolumen für die Paketzustellung ge­eignet. Das Unternehmen will den ­Loadster für sogenannte Same-Day-Touren einsetzen, also beim Ausliefern von Bestellungen, die morgens getätigt und am selben Abend ausgeliefert werden. „Weitere Kooperationen wie diese sind geplant“, erklärt Kindervater.

Citkar produziert in den Berliner VFJ-Werkstätten

Daher fährt das Start-up die Produktionskapazitäten hoch. Bis Ende des Jahres will Citkar 25 Exemplare fertigen, im Frühjahr 2019 soll es schon 250 Loadster geben. Das Unternehmen hat sich zu diesem Zweck eine besondere Produktionsstätte ausgesucht: Menschen mit Beeinträchtigungen fertigen die Lastenräder in den Berliner Werkstätten des Vereins für Jugendhilfe (VFJ). Dabei lege Citkar großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen.

Ein anderes Konzept – zumindest optisch – verfolgt der niederländische Fahrradhersteller Gazelle in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugeinrichter Aluca und dem Start-up Dockr. Das E-Cargobike D10 sieht aus wie ein Miniatursattelzug, den anstelle einer Zugmaschine ein Fahrrad mit elektrischer Pedalunterstützung zieht. Das Lastenrad hat Platz für eine (D10) oder zwei (D20) Standardgepäckboxen mit den Abmessungen einer Euro-Palette, einem Volumen von einem Kubikmeter und einer Tragfähigkeit von je 100 Kilogramm. Das sogenannte Smart-Boxz-Konzept des D10 E-Cargo stammt von Aluca. Die Gepäckboxen lassen sich von der linken und rechten Seite des Lastenrads mithilfe eines Standardschienensystems auf dem Anhänger anbringen. Die Verladung gestalte sich daher entlang der gesamten Lieferkette unkompliziert, heißt es.

Das E-Cargobike D10 des niederländischen Herstellers Gazelle erinnert an einen Minisattelzug.

Weltpremiere feierte der Minisattelzug auf der IAA, im nächsten Jahr soll er auf den Markt kommen. Im Herbst starteten laut dem Hersteller Gazelle aber bereits die ersten Pilotprojekte in Amsterdam gemeinsam mit der niederländischen Post.

Das Rytle-Konzept umfasst vier Bausteine

Eine ähnliche Idee, die den Transport entlang der gesamten Lieferkette anhand mobiler und vorgepackter Boxen erleichtert, stammt von der Firma Rytle aus Bremen – ein Spin-off des Fahrzeugwerks Bernard Krone und der Unternehmensberatung Orbitak. Das Rytle-Konzept umfasst vier Bausteine: das Lastenrad Movr, Transportboxen, Mikrohubs sowie App und Cloud. Der dreirädrige Movr, der zwei E-Motoren besitzt, kann 180 Kilogramm transportieren.

Die dazugehörige Box kann der Fahrer einfach abkoppeln und auf den Laufrollen leicht bewegen. Neun solcher Boxen passen in den von Krone hergestellten Mikrohub. Die Wechselbrücke lässt sich auf den Boden fahren, um den Fahrern das Be- und Entladen zu ermöglichen. „Die Kommissionierung erfolgt daher außerhalb der Stadt, und die Lastenräder können – sofern es die Ware zulässt – einen Lkw im Stadtverkehr ersetzen“, erklärt Dr. Arne Kruse. Gemeinsam mit Ingo Lübs, Marketingleiter der Krone-Nutzfahrzeuggruppe, gründete er Rytle und leitet nun mit Lübs die Geschicke der Firma.

Jeweils eine App für Fahrer und eine für Versender

Künftig wird es jeweils eine App für Fahrer und Versender geben. Wer als Fahrer zur Verfügung steht, loggt sich ein und bekommt die freien Räder in der Umgebung angezeigt. Außerdem kann sich der Fahrer die Ware aussuchen, die er transportiert. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls per App und pro ausgelieferter Sendung. Ebenso einfach funktioniert die App für Versender, die ihre Ware in die App stellen.

Pilotprojekte laufen bereits bei Kunden wie UPS, Hermes oder der City Post. Meistens handele es sich um eine schrittweise Einführung. „Die meisten starten mit ein bis zwei Lastenrädern, die weiteren Bausteine kommen nach und nach hinzu“, erklärt Lübs.

So wie im Fall von Rytle könnte es der gesamten Branche gehen: Noch handelt es sich meist um Pilotprojekte. Doch nach und nach springen weitere Unternehmen auf, neue Player kommen auf den Markt – und schon bald sind Lastenräder von der letzten Meile nicht mehr wegzudenken.

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Veröffentlicht: 07. November 2018 von Franziska Nieß, eurotransport.de

Startups thrive in Singapore

SINGAPORE’S startup ecosystem is vibrant, driven by homegrown and overseas tech startups.

Abhishek Agrawal, co-founder and chief executive officer of Kinexcs Pte Ltd based in Singapore, has developed a new medical product designed to rehabilitate patients to speed up their full recovery after they are discharged from hospital.

He said his company plans to go into mass production next year as many hospitals have initially welcomed the wearable sensor product and a patient education application.

Agrawal is a biomedical engineer who has experience in manufacturing medical devices before starting his own business.

He got the idea from his own experience of rehabilitating his father after he was discharged from hospital. Without proper devices, he found his father’s full recovery from osteoarthritis, a degenerative joint disease, took too long.

So he decided to develop a wearable sensor, the so-called “Kinexcs Kimia”, which performs three key functions: monitoring, assisting and rehabilitating osteoarthritis patients. It can be attached to the joints such as at the knee. The censor collects clinical data. The devices also help clinicians to monitor patients remotely, and give feedback, he said. His company also provides an app for patients undergoing rehabilitation with education-guided therapy and tele-consultation. He claimed that his device could speed up by 40 per cent the recovery of patients using the device, which means fewer visits to hospitals.

Mah Chern Wern, co-founder of Juvo Labs, has developed a fibre optic sensor mat that can monitor sleep patterns, heart rate, breathing and movement, helping users to adjust their sleep patterns for better sleep and wellness. The sensor mat can be slipped under any mattress or can be embedded and sealed within one.He said he has designed his product to address current issues where wearable sensor devices are inaccurate or highly obtrusive. He also expects mass production of his product next year.

Singapore is not only promoting homegrown startups but also welcomes startups from other countries, especially from Germany, as the two countries are collaborating to access each other’s market.

Enterprise Singapore, the Singapore Economic Development Board and German Accelerator Southeast Asia recently signed a memorandum of understanding to support more than 40 Singapore-based startups to enter Germany and access the wider European market. Fractal Blockchain has seized business opportunity from the emerging cryptocurrency or digital tokens. It offers clients launch pad solutions and comprehensive customer identification service for initial coin offerings (ICOs).

Fractal blockchain, a Germany-based company, has come to Singapore to explore the Asean market. The company aims to assist clients who want to raise funds by issuing cryptocurrencies or other digital tokens. It would help clients eliminate risks of regulatory compliance. For example, the company will ensure there is no money laundering in the ICOs fund-raising and regulatory compliance. It also assures data privacy, as it fully complies with GDPR, the European regulation, said Tina Rudorf, head of business development at Fractal Blockchain

She said her company had also consulted with Thailand’s Securities and Exchange Commission, which recently issued regulations to govern ICO fund-raising and digital assets.

Currently, Fractal Blockchain has 12 projects in Germany, she added.

Rytle Gmbh, a Germany-based logistics intelligence service provider, has launched a new business model to reduce costs for logistics firms. The company has created last mile logistics as it see business opportunity in logistics services in congested and polluted urban spaces. It offers patented compact, green, smart mobility and storage modules, networked with blockchain-enabled route-optimising track-and-trace functionality.

Usually, logistics firms use heavy-duty trucks for long-distance logistics but such a large vehicle is not suitable for urban logistics, said Tushar Desai, business development officer at Rytle Gmbh. So his company has come up with an electrically powered cargo bike that is environmentally friendly.

Currently, the company provides services in Europe while some logistics in Asia have discussed business deals with the company, added Desai.

According to officials at Enterprise Singapore, the government agency championing enterprise development, the number of tech startups increased rapidly from 3,400 in 2012 to 4,300 in 2016.

Venture funding was sealed for 80 deals and was worth US$136.4 million (Bt4.5 billion) in 2012. Funding rose to 174 deals and was worth $1.4 billion in 2017.

Singapore has nurtured four unicorns: Lazada (ecommerce); Grab (ride-hailing platform); Razer (gaming hardware), and Sea (gaming), according to Singapore Enterprise. A unicorn is a startup with business valuation worth US$1 billion up.

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Veröffentlicht: 31. Oktober 2018 von Wichit Chaitrong, The Nation

Fit für die Innenstadt

Der Paketdienstleister UPS setzt in Münchens Zentrum auf Lastenräder. Ein intelligentes Containersystem soll den Lieferprozess effizient halten.

Der Rytle MovR im Einsatz bei UPS in München. Bild: Julian Kral

Das KEP-Unternehmen UPS rüstet am Standort München zum Teil von Diesel auf Muskelkraft um. Die bisherigen Lieferwagen im klassisch amerikanischen Look fahren bislang noch mit roter Plakette, in Zeiten drohender Fahrverbote in der Innenstadt ist das mehr als nur ein Imageproblem. Rund 160 E-Transporter ergänzen deshalb bereits europaweit das Lieferkonzept des Paketdienstleisters, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Für den Einsatz an den drei Standorten in München fehle es allerdings an der nötigen Ladeinfrastruktur, so das Unternehmen.

Auch für eigene Erweiterungen ist an den alten Lieferzentren im dicht besiedelten Stadtgebiet kein Raum. Die Lösung soll bei UPS eine noch umweltschonendere Alternative bringen: Lastenräder. Die Cargobikes, vorzugsweise mit Elektroantrieb, liefern in Münchens Zentrum rund um Marienplatz und Glockenbachviertel schnell und flexibel. Dabei setzt das Unternehmen unter anderem auf Technik vom Lastenradanbieter Rytle. Der bietet nicht nur ein Fahrzeug an, sondern ein komplettes Logistikkonzept aus E-Lastenrad und Mikro-Hubs mit Wechselbrücken. Das soll die Lieferprozesse nicht nur lokal emissionsfrei, sondern gleich auch schlanker gestalten.

Abgestimmte Lieferkette 

Das System setzt nicht erst in der Innenstadt, sondern schon viel früher an. Es besteht aus aufeinander abgestimmten Standardkomponenten einer Lieferkette, von denen das Lastenrad – der Rytle MovR – nur das sichtbarste Glied ist. Er ist als Pedelec zugelassen und darf überall dorthin, wo klassische Fahrräder fahren dürfen – weder Führerschein noch Versicherungskennzeichen werden benötigt. Der MovR transportiert einen vorkonfektionierten Wechselcontainer – die Rytle-Box.

Diese Box hat das Außenmaß einer Europalette, bietet bis zu 180 Kilogramm Ladevolumen und kann über die montierten Rollen manuell verschoben werden. Es können Päckchen, Pakete und anderes Stückgut transportiert werden, ebenso wie gekühlte Lebensmittel und warmes Essen aus Schnellrestaurants. Die Rytle-Box wird beim Logistikdienstleister vorkommissioniert und der Fahrer des MovR kann sie direkt aufnehmen. Eine mechanische Hebevorrichtung hebt die Box in den MovR und arretiert sie.

Am Anfang der Kette steht der Rytle-Hub. Er basiert auf einer klassischen Wechselbrücke und dient als mobiles Depot mit geringem Platzbedarf. Es können jeweils neun vorkommissionierte Boxen oder auch Paletten zugeladen werden. Mittels hydraulischer Stützen ist er bis auf Bodenniveau absenkbar. Somit können die darin transportierten Boxen auch ohne Flurförderzeuge entladen werden. Das ganze System ist so geplant, dass es von einer einzelnen Person betrieben werden kann. Bei UPS in München hat man die Auslieferung so organisiert, dass je drei MovR einer Box zugeordnet sind. Nach je drei Touren sind damit alle neun Boxen ausgeliefert. Die Boxen selbst werden aus dem UPS-Lager in Garching vor den Toren Münchens in die Innenstadt transportiert. Rund ein Drittel des dortigen Gesamtvolumens der Auslieferungen gehe mittlerweile schon über Lastenräder, so UPS.

Grüne Mobilität

UPS sammelt bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit Lastenrädern in der Paketzustellung. Leuchtturmprojekt ist dabei Hamburg, wo die zweitgrößte Radflotte des Paketzustellers aufgestellt ist. Ergänzt wird der Fuhrpark dort um E-Transporter und sogar Sackkarren für eine, laut UPS, lokal emissionsfreie Belieferung eines ausgewählten Bereichs im Zentrum der Hansestadt. Drei mobile sowie zwei stationäre Container werden dazu täglich in der Innenstadt positioniert beziehungsweise befüllt, von dort starten Fahrer anschließend ihre Liefertouren. Am Standort München sitzt mittlerweile die weltweit größte Radflotte des KEP-Dienstleisters.

München und Hamburg sind im „City2Share“-Projekt, welches im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil – Förderung von Forschungsvorhaben zum Thema Elektromobilität“ des BMU, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, gefördert wird. Ziel des Projekts ist eine vielfältige Förderung der Elektromobilität und gleichzeitig das Erproben lokaler Maßnahmen zur Bildung stadtverträglicher Mobilität. Dabei soll Raum geschaffen, Verkehr aus der Stadt herausgezogen, die Anzahl der Fahrzeuge und Mikro-Staus reduziert und die Wohnqualität verbessert werden.

UPS ist einer von mehreren Partnern des Projekts. Seit 2016, nach zwei Jahren Planung und einem Jahr Projektphase, liefert das Unternehmen im Rahmen der Initiative in München mit Lastenrädern. Vom Paketzentrum in Garching starten derzeit täglich zwei Lkw bestückt mit Verteilcontainern in den zähen Münchner Stadtverkehr und stellen diese an ausgesuchten Plätzen in der Innenstadt auf. Um die idealen Stellplätze zu finden, wertete die Universität der Bundeswehr München, ein Projektpartner, Daten und Zahlen des Paketdienstleisters zur Zustellung aus. Das Design auf den 12,5-Tonnern mit Anhänger wurde in einem Wettbewerb an der AMD, der Akademie für Mode&Design in München, gestaltet.

Flexibel,
wenn es eng wird

In München starten unter der Leitung von Helfer-Koordinator und Teamleader Kosta Sirikelas von den Stellplätzen aus insgesamt 17 Fahrer am frühen Vormittag ihre Tour. Neben dem Rytle-MovR sind auch noch andere Pedelecs und Lastenräder für UPS im Einsatz. Zuvor halten alle gemeinsam ein PCM (Pre-Work Communication Meeting), eine Mannschaftsansprache, in welcher der Tagesablauf besprochen und auf eventuelle Pläne, aber auch Probleme eingegangen wird.

Die Fußgängerzone wird aufgrund strenger Restriktionen bei den Zufahrtszeiten gleichzeitig mit den Expresszustellungen zuerst beliefert. Die Cargobikes punkten besonders hier mit ihrer Flexibilität: Enge Gassen, Parkplatzmangel und dementsprechend Parken in zweiter Reihe sind mit ihnen kein Thema mehr. Auch bei kurzfristig eintreffenden Abholungen können die Fahrradzusteller, die über ein Headset ständig in Kontakt mit ihrem Teamchef sind, on theRoad auf neue Aufträge schnell reagieren. In puncto Auslieferungsgeschwindigkeit seien die Bikes den Transportern sogar überlegen, so UPS. Bis das große Fahrzeug eine Adresse anfährt, einen Stellplatz findet und der Fahrer den Zustellvorgang zu Fuß abschließt, ist das Lastenrad schon einige Adressen weiter. Und sollten die traditionellen Kollegen mit ihren Transportern oder Lkw wieder einmal eine Straße blockieren – im Zustellgewerbe ein häufiges Problem – kann das Fahrrad auch über Gehsteige ausweichen.

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Veröffentlicht: 05. Oktober 2018 von Julian Kral, logistra.de

Klimaschutz In Oldenburg – Paketbote kommt ohne Dieselmotor

Citipost-Nordwest-Mitarbeiter Dietmar Kuhn liefert ein Paket in der Oldenburger Innenstadt aus. Der GLS-Paketdienst hat sich von dem Konzept der Citipost zur emissionsfreien Zustellung überzeugen lassen | Bild: Torsten von Reeken

 

Kinderleicht sind die Wechselcontainer in die Halterung zu bugsieren, demonstriert Nathalie Ribeiro | Bild: Hans Begerow

Werbung in eigener Sache: Citipost Nordwest llliefert in der Oldenburger Innenstadt emissionsfrei aus | Bild: Hans Begerow

Die Citipost Nordwest hat einen innovativen Weg entwickelt. Bei der Paketzustellung in der Innenstadt setzt sie Lastenfahrräder und E-Transporter ein.

Oldenburg Wenn Paketzusteller Dietmar Kuhn zu seinen Kunden fährt, braucht er sich um Warteschlangen von Auslieferungsfahrzeugen in der Oldenburger Innenstadt nicht zu kümmern. Citipost-Mitarbeiter Kuhn fährt mit seinem Lastenfahrrad einfach an den Dieseltransportern vorbei, die morgens das Bild bestimmen und die Fußgängerzone verstopfen.

Mit Lastenfahrrädern und Transportern mit Elektromotor hat Citipost Nordwest, ein Tochterunternehmen der NWZ-Mediengruppe, die Zustellung für den Paketdienst GLS in zwei Postleitzahlbereichen der Innenstadt übernommen. Die Lastenfahrräder nutzen ein innovatives Beladungssystem: In Wechselcontainern, die die Grundmaße einer Europalette haben, können 180 Kilogramm Zuladung transportiert werden. So können mit vier Lastenfahrrädern alle GLS-Kunden in der Innenstadt erreicht werden, können die Retouren eingesammelt werden. 300 bis 600 Pakete täglich sind es, die Dietmar Kuhn und seine Kollegen emissionsfrei zustellen.

Logistikunternehmen

GLS Germany ist ein Tochterunternehmen der GLS (General Logistics Systems; Sitz Amsterdam). GLS beschäftigt in Europa 18 000 Mitarbeiter und transportiert 584 Millionen Pakete jährlich. Umsatz: 2,9 Milliarden Euro.

Citipost Nordwest ist ein Tochterunternehmen der NWZ-Gruppe. Citipost beschäftigt 100 Mitarbeiter in der Brief- und Expresszustellung sowie in der Paketzustellung. In der gesamten NWZ-Logistik sind 1200 Mitarbeiter beschäftigt.

Keine „Lkw-Polonäse“

Bei Fahrrädern konventioneller Art könnten maximal 50 Kilogramm zugeladen werden. Das „MovR“, so heißt das Lastenfahrrad, nutzt Wechselcontainer. Nach der Tour in einer der Innenstadtstraßen können die Zusteller zurück zu ihrer Basis im NWZ-Medienhaus in der Peterstraße radeln und den nächsten, bereits gepackten Container nehmen. „Wir haben das durch eine Bachelorarbeit nachrechnen lassen: Die Kosten sind gleich“, hebt Citipost-Nordwest-Geschäftsführer Jan Fitzner hervor. „Damit haben wir auch GLS überzeugen können. Wir arbeiten vollständig emissionsfrei und wirtschaftlich. Und es geht um die Reduzierung der Emissionen“, erläutert Fitzner. Durch das Wachstum im E-Commerce, dem Versandhandel über das Internet, habe der Auslieferungsverkehr enorm zugenommen. Das von der Citipost genutzte System vermeide die „Lastwagen-Polonäse“ in der Fußgängerzone. „Durch die enge Zusammenarbeit können wir unseren Service sicherstellen, auch wenn es in Zukunft zu Fahrverboten kommt“, sagt Anne Putz, Marketing- und Kommunikationschefin bei GLS. Als Teil der NWZ-Gruppe wolle man unternehmerisch Verantwortung übernehmen und nachweisen, dass man Pakete emissionsfrei zustellen könne, ergänzt Fitzner.

Umweltdaten erhoben

Das Transportsystem „MovR“ vom Hersteller Rytle ist die Voraussetzung für die abgasfreie Zustellung. Je kleiner das Zuladevolumen, desto größer müsse die Lagerfläche bei der Verteilung der Pakete auf die Touren sein, erläutert Citipost-Geschäftsführer Fitzner. Die Wechselcontainer lösen das Problem. Sie lassen sich flexibel einsetzen und innerhalb einer Minute auf- und abkurbeln. Und selbst wenn man kein innenstadtnahes Verteilzentrum hat, einen Wechselcontainer kann man überall zentrumsnah abstellen.

Das E-Fahrrad verfügt über zwei Elektromotoren, die auf die Hinterräder wirken. Damit kann das Fahrrad 15 Prozent Steigung bei 400 Kilogramm Gesamtgewicht überwinden (zum Beispiel eine Fahrt aus der Tiefgarage der Schlosshöfe). Wer sich zum ersten Mal auf ein „MovR“ setzt, ist überrascht, wie kraftvoll die schweren Lastenräder anziehen. Sie dürfen übrigens auf Radwegen fahren. Ausgestattet sind die vier Fahrräder mit einem Datenerfassungssystem, so dass der Standort jederzeit ermittelt werden kann, ermittelt werden aber auch Umweltdaten.

Ersatz für vier Diesel

Neben den Fahrrädern ist noch ein Nissan-E-Transporter (170 Kilometer Reichweite, 770 Kilo Zuladung) am Zustelldienst beteiligt. Insgesamt ersetzen die E-Fahrzeuge vier Dieseltransporter. Der Vorteil der E-Mobilität: Dieseltransporter müssen die Innenstadt bis 10 Uhr verlassen, dank Ausnahmegenehmigungen dürfen die Lastenfahrräder bis 13 Uhr in der Fußgängerzone fahren.

Interesse an Lastenräder

Sieben Mitarbeiter sind bei der Citipost Nordwest in der Paketzustellung beschäftigt. Sie liefern in den Postleitbereichen 26121 und 26122 die GLS-Pakete aus. Dietmar Kuhn und seine Kollegen werden oft angesprochen auf ihre Lastenfahrräder.

Pakete zugestellt ohne Dieselfahne – das weckt nicht nur Interesse bei den Passanten, sondern auch bei den Logistikern, die alle um die Emissionsproblematik wissen. „Unser Projekt trägt dazu bei, unsere Innenstädte lebenswert zu erhalten. Es zeigt, dass emissionsfreie City-Logistik technisch und ökonomisch funktioniert“, sagt Geschäftsführer Fitzner.

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Veröffentlicht: 02. Oktober 2018 von Hans Begerow, nwzonline.de

Krone engagiert sich für die letzte Meile

Start-up Rytle sorgt weltweit für stadtfreundliche Paketzustellung

Das Startup RYTLE stellt sich erstmalig auf der IAA vor. Das Joint-Venture der Krone Gruppe mit der Orbitak AG bietet ein neues Mobilitätskonzept für stadtfreundliche Logistik, gegen Nadelöhre und Verkehrsüberlastung. Das ganzheitliche und vernetzte Konzept des Bremer Unternehmens definiert die City-Logistik neu. Innovative Lastenräder, sogenannte MovR, standardisierte Boxen und mobile City-Hubs vernetzen sich mit Fahrern und Empfängern für die umweltfreundliche Zustellung auf der letzten Meile.

Städte entlasten – urbane Logistik neu denken

Boomender Handel online, wachsende Paketanlieferungen sowie drohende Dieselverbote stellen die Stadtlogistik vor Herausforderungen, die RYTLE mit seinem patenten Mobilitätskonzept löst. Logistiker liefern mit RYTLE die Waren schnell, sicher und nahezu emissionsfrei an, denn RYTLE macht die letzte Meile grün, entsprechend dem Slogan „We are Greening the last Mile“. Für das innovative Lastenradkonzept erhielt RYTLE den Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2018 und den Preis „Green Truck Future Innovation 2018“.

RYTLE vernetzt Lastenrad MovR, BOX und City HUB

Eine clevere IT-Lösung mit eigener Plattform lässt MovR, BOX und City-HUB über Schnittstellen kommunizieren. Die Idee dahinter ist global umsetzbar: Eine standardisierte BOX im Grundmaß einer Euro-Palette ist vom Logistikdienstleister final konfektioniert und in einem mobilen City-HUB deponiert. Im Stadtgebiet stellt der Logistiker den HUB einem Wechselkoffer gleich direkt am Boden auf. Die weitere Distribution übernimmt das Lastenfahrrad namens MovR. Der Fahrer des MovR erhält via Smartphone einen Transportauftrag und liefert die Waren in der BOX zu ihrem Empfänger. Der Kurierfahrer öffnet das HUB mit seinem Zugangscode und fährt – ähnlich einem Gabelstapler – im Rückwärtsgang mit dem MovR an die BOX. Er umfasst und hebt sie mechanisch sicher an. Das Lastenrad MovR bietet mit einem starken Elektroantrieb eine praktische Anfahrhilfe, die ohne Unterstützung schnell auf fünf Stundenkilometer beschleunigt. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 25 km/h. Zudem ist das Lastenrad extrem wendig. Alle Informationen sind vernetzt und so informiert die clevere Software Kurierfahrer per Smartphone über den Inhalt der BOX und die Fahrtziele – inklusive Routenplanung.

Auch der Empfänger der Ware verfolgt über die Kunden-App in Echtzeit, wo sich Lastenrad und seine Sendung befinden. Mit seinem leisen und nahezu emissionsfreien Mobilitätskonzept punktet RYTLE besonders, denn Feinstaub- und Lärmbelastungen erhöhen den Bedarf für schonende Logistikkonzepte in den Städten. Der MovR eignet sich aufgrund patenter Bauweise und seiner Kompatibilität mit der Euro-Palette vor allem für innerbetriebliche Logistik. Das gilt besonders in Unternehmen, die auf großen Flächen kleinteilige Güter transportieren.

Rytle GmbH auf der IAA: Pavillon P11 EG B303, B301

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Veröffentlicht: 20. September 2018 von krone-trailer.com

Cargobikes auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018

Vom 19. bis 27. September findet die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover statt. Prominente Aussteller präsentieren Cargobikes auf der internationalen Leitmesse der Nutzfahrzeugindustrie.

Rückblick: IAA Nutzfahrzeuge 2014

2014 präsentierte das Projekt Lasten auf die Räder! des Verkehrsclub Deutschland (VCD) erstmals moderne eCargobikes auf der IAA Nutzfahrzeuge. Zeit Online berichtete:

Zwischen den neuen Lastwagen-Riesen mit acht Achsen wirken die Lastenräder von Gobax oder Cyclocargo […] geradezu winzig. Selbst das Urban Arrow mit einer Zulast von immerhin 200 Kilo wirkt neben den Sattelzügen wie ein Zwerg.

Die mediale Aufmerksamkeit für die eCargobikes war allerdings groß. Spiegel Online titelte Fahrrad als LKW und auch die heute-Nachrichten zeigten ein eCargobike.  Weitere Presseberichte gibt es in der VCD-Dokumentation.

Bei einem von VCD und Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BIEK) ausgerichteten IAA-Fachforum Letzte Meile, effizient und emissionsfrei – Lastenräder in der Citylogistik sprach auch Frank Albers vom Branchenriese Krone. Wenn die großen Paketzusteller Cargobikes bräuchten, würde Krone mal schauen, wie man sich in dem Bereich engagieren könne, so Albers auf dem Fachforum.

Cargobike-Aussteller auf der IAA 2018

Inzwischen ist Krone über das Bremer Gemeinschaftsunternehmen RYTLE ins Cargobike-Geschäft eingestiegen. Das Schwerlastrad MovR von Rytle bietet ein ganzes Logistiksystem mit 1,7 Kubikmeter großer Wechselbox, City-Hub und Software. Der MovR wurde zusammen mit UPS entwickelt und wird von dem Paketzusteller seit Sommer 2018 in mehreren europäischen Städten eingeführt. Gebaut wird der MovR vom deutschen Post- und Werksradhersteller Speedliner – einem der vier Mitaussteller am VCD-Gemeinschaftsstand 2014. Rytle wird mit zwei Ständen auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge vertreten sein.

Der niederländische Cargobike-Hersteller Urban Arrow gehörte 2014 ebenfalls zu den Mitausstellern am VCD-Gemeinschaftsstand. Nun ist Urban Arrow mit einem eigenen Stand in Hannover vertreten und hat die Präsentation neuer Modell- und Aufbauvarianten angekündigt. Von besonderem Interesse beim Messepublikum dürfte das 2017 neu vorgestellte Modell Tender von Urban Arrow sein. Der große dreirädrige Frontlader kombiniert Auto- und Fahrradtechnik und wird bereits u.a. bei der niederländischen Post eingesetzt.

Der Autor mit dem Urban Arrow Tender vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Bereits 2016 feierte die Firma Sortimo auf der IAA Nutzfahrzeuge ihre viel beachtete Cargobike-Premiere. Wie Krone gehört Sortimo zu den festen Größen auf der IAA in Hannover. Der bayerische Hersteller von Fahrzeuginneneinrichtungen hat sich mit dem Fahrradhersteller HNF-Nicolai (zuvor HNF Heisenberg) zusammengetan und ein dynamisches dreirädriges Cargobike mit Neigetechnik entwickelt. Die Variante für gewerbliche Kunden wird seit 2017 als ProCargo CT1 von Sortimo vertrieben – mit eigenen modularen Systemaufbauten.

Neu auf der IAA Nutzfahrzeuge ist das Berliner Startup citcar. Im April stellte citkar auf der VELOBerlin den ersten Prototypen des vierrädrigen eCargobikes Loadster vor. In einer aktuellen Pressemitteilung zum Einstieg des Investors TEC Ventures wird „die Präsentation des dann fast serienreifen Modells“ auf der IAA Nutzfahrzeuge angekündigt.

An einem vierrädrigen eCargobike für die urbane Logistik arbeitet auch der deutsche Automobilzuliefer Schaeffler. Im April wurde ein Prototyp des Bio-Hybrid vorgestellt. Auf der IAA in Hannover wird Schaeffler bzw. die neue Biohybrid GmbH den Bio-Hybrid jedoch nicht zeigen,.

2014 gab es auf der IAA Nutzfahrzeuge jenseits des VCD-Gemeinschaftsstandes eine einzige Firma, die ein eigenes Cargobike präsentierte: Streetscooter. Berühmt ist die Aachener Firma für ihren Elektro-Van. Schon seit Jahren produziert Streetscooter aber auch ein- und mehrspurige eCargobikes für die Deutsche Post. Auf der EUROBIKE, der internationalen Leitmesse der Fahrradbranche in Friedrichshafen präsentierte Streetscooter im Juli diese Räder mit neuen Aufbauvarianten für unterschiedliche gewerbliche Anwendungen. Zu sehen war auch der Prototyp eines Schwerlastrades, der vom Elektro-Van aus mit einem rollbaren Wechselcontainer beladen wird.

Es wird spannend, welchen Stellenwert insbesondere Streetscooter und Sortimo ihren eCargobikes auf der IAA geben werden. Zur Orientierung für MessebesucherInnen hier die links zu den oben vorgestellten Unternehmen im IAA-Ausstellerverzeichnis:

  • citkar
  • Rytle
  • Sortimo
  • Streetscooter
  • Urban Arrow

Update vom 18. September 2018:
Weitere angekündigte Cargobikes sind das PARCELY am Stand von SOMMER und eine Neuheit am Stand vom Fahrzeugwerk Gessner.

Und im Rahmenprogramm?

Am 24. September findet im IAA-Rahmenprogramm das Panel Last Mile Logistics – Reinvented statt. Dort sprechen u.a. der Rytle-Geschäftsführer Ingo Lübs und Micha Koopmann vom Schweizer Cargobike-Logistiker Imagine Cargo. Mehr Programm mit explizitem Cargobike-Bezug gibt es bisher nicht – obwohl der ausrichtende VDA in einer aktuellen Pressemitteilung verkündet:

Zur elektrischen und damit lokal emissionsfreien Mobilität gehören auch neue Ideen für Lastenräder zur Lösung von Logistikherausforderungen auf der „letzten Meile“.

Editorische Anmerkung: Der Autor war 2013/2014 Projektmanager des erwähnten VCD-Projekts Lasten auf die Räder! und trat 2018 in einem von Sortimo in Auftrag gegebenen Video auf. Die Firma Streetscooter hat aktuell ein Banner auf cargobike.jetzt geschaltet. cargobike.jetzt wird über Cargobikes auf der IAA Nutzfahrzeuge berichten – vom Pressetag am 19. September und dem Eröffnungstag am 20. September.

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Veröffentlicht: 07. September 2018 von Arne Behrensen, cargobikes.jetzt

UPS bringt ein neues E-Lastenfahrrad in Dortmund auf die Straße

Das Logistikunternehmen erweitert sein Netz an Städten, die das E-Lastenfahrrad einsetzen. Damit soll die Zustellung in den Innenstädten emissionsfreier werden.

Neuss. UPS stellt künftig auch in der Dortmunder Innenstadt Sendungen per E-Lastenfahrrad zu. Von einem Mikro-Depot in der Langestraße holen die Zusteller die Pakete ab und stellt diese im Kreuzviertel zu, wo sich die vielen kleinen und engen Straßen gut für den Einsatz des Fahrzeugs eignen. Ein weiteres Lastenfahrrad soll folgen, um die Gebietsabdeckung des Projektes zu vergrößern.

UPS hat seit 2008 nach eigenen Angaben weltweit rund  eine Milliarde US-Dollar in alternative Treibstoff- und Hochtechnologiefahrzeuge investiert. Das Logistikunternehmen setzt derzeit  9.500 emissionsarme Fahrzeuge ein: Dabei kommen auf der ganzen Welt Pedalkraft, Elektro- und Hybrid-Elektrofahrzeuge zum Einsatz sowie Antriebssysteme, die mit Erdgas-, erneuerbarem Erdgas oder Propan funktionieren.

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Veröffentlicht: 05. September 2018 von verkehrsrundschau (sno)/(fa)

Die (R)Evolution der City-Logistik

Genial einfach, einfach genial: Um die Paketlogistik in Innen städten und Ballungsräumen schneller, effizienter und ökologischer zu gestalten, hat das Bremer Start-up Rytle ein radikal neues Konzept für die „letzte Meile“ entwickelt. Im Mittelpunkt steht der MovR – ein elektrisch betriebenes Lastenfahrrad auf drei Rädern.

Manchmal scheint die Zeit einfach reif für bahnbrechende Entwicklungen. Plötzlich treffen die neuesten technologischen Möglichkeiten auf Menschen mit innovativen Ideen, und die finden wiederum Unterstützer, die sich dafür begeistern lassen. Wenn der Mix stimmt, geht‘s einen großen Schritt nach vorn. So wie jetzt beim Bremer Start-up Rytle: Setzt sich sein Konzept von der „Last-Mile-Logistik“ in Städten und Ballungsräumen durch, könnte dies die Paketzustellung schon bald revolutionieren.

Im Mai 2016 lief der Ingenieur, Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Orbitak, Dr. Arne Kruse, zufällig Ingo Lübs über den Weg. Der Marketingleiter des emsländischen Nutzfahrzeugherstellers Krone nahm im Schwachhauser „Haus der Innovationen“ mit Unternehmensinhaber Bernard Krone an einer Veranstaltung teil; Kruse schob kurz vor Beginn ein dreirädriges Lastenfahrrad hinaus, um im Veranstaltungsraum Platz zu schaffen. Heute sind Kruse und Lübs Geschäftsführer von Rytle – und treiben weltweit die Idee voran, mit einem ausgeklügelten Distributionssystem rund um ein neu konzipiertes Lastenfahrrad die Lieferungen zum Endkunden zu bringen. Mit starken Aussichten: Rytle-Fahrräder sind bereits in mehreren europäischen Großstädten unterwegs. Der Wirtschaftsingenieur Kruse ist seit Jahren in der Forschung und Entwicklung für den Automotive-Bereich tätig. Nebenher beschäftigt er sich schon fast zehn Jahre mit Lastenfahrrädern für die Logistik. Mit dem Kauf von Speedliner, einem Hersteller von Transport- und Lastenfahrrädern, bekam das Know-how seiner Unternehmensberatung Orbitak auf diesem Gebiet einen Schub. Die technologische Entwicklung tat ihr übriges. Der Elektroantrieb von Fahrrädern ist mittlerweile erwachsen geworden, dazu gab es markante Fortschritte in der Vernetzung und bei der Sensorik. Durch das Zufallstreffen mit den Krone-Experten kam profundes Wissen um logistische Abläufe hinzu: „Die Idee mit der Zustellung durch die Lastenfahrräder passte thematisch ideal zu uns“, sagt Ingo Lübs. „Wir sind Weltmarktführer im Bereich der Wechselbrücken und fertigen Trailer sowie Lieferfahrzeuge für die Kurier- und Expressdienste. Wir haben nach Lösungen gesucht, wie wir den zunehmenden Herausforderungen in den hochbelasteten städtischen Bereichen begegnen können.“

Innenstädte vor dem Kollaps

Denn die Innenstädte und Ballungsräume stehen täglich am Rande des Kollapses. Wachsender Verkehr – nicht zuletzt durch Lieferdienste, die jährlich Milliarden im Internet bestellter Waren zum Empfänger bringen – verstopft die Straßen. Lärm und Abgase nerven die Menschen, Dieselfahrzeuge sind vom Fahrverbot bedroht. „Waren in dicht besiedelten Gebieten umweltfreundlich und effizient zum Endkunden zu bekommen, wird immer schwieriger“, sagt Kruse. „Ich bin sicher: Unsere Idee ist die Lösung.“ Das „Prinzip Rytle“ ist einfach. Statt Sendungen und Pakete in die sogenannten KEP-Fahrzeuge (für Kurier-Express-Paketdienst) zu stapeln und diese ihre Touren fahren zu lassen, werden in einem Distributionszentrum am Stadtrand schrankähnliche Aufsätze für die Lastenfahrräder – die Box – für einzelne Straßenzüge mit Päckchen, Paketen und anderem Stückgut bepackt. Bis zu neun dieser vorsortierten Boxen werden in einem Hub – einer Art mobilem Depot – in die Zentren gebracht. Dort holen die jeweiligen MovR, wie die Lastenfahrräder von Rytle heißen, die Boxen ab und starten ihre Tour. „Wir kommen fast überall hin, denn die elektrisch angetriebenen MovR dürfen auch in Fußgängerzonen fahren. Man braucht keinen Führerschein dazu, sie sind leise und schadstoffarm, sehr wendig und zudem ergonomisch und funktional ideal an die Fahrer angepasst“, erläutert Kruse. „Der Akku des MovR hält bis zu 60 km und lässt sich leicht wechseln, der Elektromotor hilft beim Anfahren und am Berg. Die Box, die die Grundfläche einer Europalette hat, fasst zwei Kubikmeter und kann bis zu 180 kg tragen.“

Ausgeklügelte IT: Apps & Sensoren

Hub – Box – MovR lautet die Reihenfolge beim Weg ins städtische Gewühl. Wichtigster Bestandteil aber ist die ausgeklügelte Informationstechnologie, die hinter dem Rytle-System steckt. Die hat das junge Unternehmen von Experten in Köln und im indischen Bangalore entwickeln und programmieren lassen. „Hub, Box und MovR sind mit vielfältigen Sensoren ausgerüstet. Das gesamte System lässt sich über eine App steuern. Die Fahrer und die Zentrale sehen jederzeit, wo sich Hub und Box befinden und was in ihnen ist. Außerdem können sich die Kuriere mit der App den Zugang zur Box und zum MovR freischalten, die vorgegebenen Routen laden und sich das nächste auszuliefernde Paket beim Öffnen der Box anzeigen lassen. Dazu kommt die Möglichkeit, die Route an aktuelle Anforderungen von neuen Abhol- und Lieferaufträgen dynamisch in Echtzeit anzupassen“, so Arne Kruse. Hard- und Software sind gut aufeinander abgestimmt – das ist der Dreh- und Angelpunkt im Rytle-System. „Nur so lassen sich die logistischen Prozesse von der Bestellung bis zur Auslieferung deutlich verschlanken. Denn wir wollen die City-Logistik nicht nur schneller, besser und grüner machen, sondern auch günstiger“, sagt Ingo Lübs. Neben der Logistik tun sich weitere Einsatzmöglichkeiten auf: „Warum soll nicht ein Teil der Müllentsorgung oder der Stadtreinigung mit unseren Lastenfahrrädern erfolgen? Ob es nun Pakete in der Box sind oder – natürlich für diesen Einsatz angepasst – Schaufel, Besen und Müll, ist zweitrangig“, so Kruse. „Auch für Handwerker kann das System sehr interessant sein.“ Praktisch nebenher könnte der MovR auch noch zusätzliche Aufgaben übernehmen. „Mit unserer Sensorik könnte zum Beispiel über eine Messung der Erschütterungen bei der Fahrt für eine Kommune ein Straßenzustandsbericht aufgezeichnet werden. Oder man führt einen Sensor mit, der die Luftqualität an verschiedensten Stellen der Stadt misst.“ Und, und, und ….

Projekt in Bremerhaven: Crowd-Working

Vorrangige Zielgruppe sind für Rytle zunächst die Paketdienstleister. Mit UPS hat sich schon früh einer von ihnen für das Bremer System begeistert und es in Großstädten getestet. Für diese und weitere Firmen sind mittlerweile rund 100 MovR in Hamburg, München, Paris, Kiel, Stuttgart, Bremen, Herne und Berlin unterwegs. Aber das Start-up arbeitet auch an einem ganz neuen Zustellkonzept mit freien Kurieren – so wie es der Online-Konzern Uber mit Taxifahrten vorgemacht hat. In Bremerhaven erprobt Rytle in einem Projekt mit der dortigen Hochschule und der Weser-Eilboten GmbH seine neuen Logistikkonzepte in eine weitere Richtung: Freelance-Kuriere sollen Transporttouren übernehmen können. Kruse gibt ein Beispiel, wie es laufen könnte: „Wenn sich ein Student etwas Geld verdienen will, kann er sich – nachdem er einen einfachen Lastenfahrrad-Test abgelegt hat und auch sonst die erforderlichen Anforderungen erfüllt – für Touren melden. Mit der App schaltet er den MovR frei und fährt die vorgegebene Route ab. Am Ende gibt es dafür ein Honorar. Wir nennen das Crowd-Working.“ Ein Forschungsprojekt untersucht diese und andere Fragen, die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt es. Die beiden Rytle-Geschäftsführer sind fest davon überzeugt, dass sich ihre Idee durchsetzt. „Amazon liefert schon heute in Metropolen am gleichen Tag aus. Andere werden sehr bald folgen. Unser Logistik-System ist dafür geradezu ideal: Der Händler bestückt nachmittags die Box mit den bis dahin eingegangenen Bestellungen, danach wird mit dem wendigen MovR ausgeliefert. Und wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass die Menschen in Ballungsräumen ihre Lebensmittel tagsüber online bestellen und sie dann nach Feierabend per Lastenfahrrad geliefert bekommen.“ Mit ihrer Idee sind die Rytle-Macher mittlerweile nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit unterwegs. Gerade haben sich Interessenten im Stadtstaat Singapur gemeldet und waren begeister. Und auch technologisch geht‘s voran: Auf der nächsten Internationalen Nutzfahrzeug-Ausstellung IAA im September 2018 in Hannover wollen die Bremer erstmals ein Lastenfahrrad mit verkapselter Brennstoffzelle statt Elektromotor vorstellen.

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Veröffentlicht: September 2018 von Kai Uwe Bohn, wirtschaft in Bremen und Bremerhaven 9.2018 Seite 47