Nachhaltige urbane Logistik – weitere Projekte gesucht!

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sucht gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) innovative städtische Logistikkonzepte mit Innovationscharakter. Bis zum 15. Juli 2018 läuft die Bewerbungsphase des Bundes, es winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 70.000,- €.

Seien es die steigenden Absätze im Onlinehandel oder auch die wachsenden Städte – die Anforderungen an die städtische Logistik nehmen zu. Das zunehmende Verkehrsaufkommen stellt dabei eine große Herausforderung für das Erreichen der Klimaziele und die dringend notwendige Minderung von Lärm- und Schadstoffemissionen dar. Der Zuwachs des Lieferverkehrs mit häufigem Anfahren und Stoppen verschärft diese Situation noch einmal. Zudem braucht Güterverkehr Platz: wo Park- und Haltemöglichkeiten begrenzt sind, kommt es zu Konflikten mit dem fließenden Auto- und Radverkehr sowie Zu-Fuß-Gehenden und anderen Anliegern.

Ein solches Projekt wurde jüngst von Herrn Prof. Dr.-Ing. Wagner vom Berg von der Hochschule Bremerhaven vorgestellt. Gemeinsam mit der Bremerhavener Weser-Eilboten GmbH und dem Bremer Unternehmen Rytle GmbH soll in den kommenden Monaten ein zukunftsfähiges Zustellkonzept erarbeitet und getestet werden. Basis des Vorhabens ist das neuentwickelte Last-Mile-Logistik-System der Firma Rytle, welches ein hocheffizientes System aus Verteilzentren (Hubs), elektromobilen Lastenfahrrädern und einer digitalen lnfrastruktur darstellt. Das System soll pilotenhaft in einem definierten Testfeld in Bremerhaven eingesetzt werden. Die Grundidee lässt sich wie folgt beschreiben: Anstatt mit dem Diesel Kleintransporter zu jedem einzelnen Kunden zu fahren, beliefern die sog. KEP-Dienstleister einige Hubs in Bremerhaven. An den Hubs stehen neuartige, elektrisch betriebene Lastenfahrräder zur Verfügung, die eine mit Paketen oder sonstigen zu transportierenden Gütern bestückte Wechselbox im Format einer EURO-Palette einfach aufnehmen können. Bis zu neun Boxen können in einem City-Hub zwischengelagert und von dort nahezu emissionsfrei und lärmarm in alle Richtungen im Stadtbereich verteilt werden. Ein digitales Informationssystem sorgt zugleich dafür, dass die Prozesse z.B. hinsichtlich Fahrtrouten, Personaleinsatz etc. optimal gesteuert werden können. Die Machbarkeit und Wirksamkeit des Systems soll zunächst auf konzeptioneller und technischer Ebene umgesetzt und bewertet werden. In einem Testfeld in der Seestadt Bremerhaven wird im nächsten Schritt das System dann pilothaft mit dem Praxispartner Weser-Eilboten aus der Bremerhavener Ditzen Gruppe zum Einsatz gebracht und abschließend evaluiert.

Das Gesamtprojekt hat ein Finanzvolumen von über 288 T€. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Pilotvorhaben aus dem Förderprogramm „Angewandte Umweltforschung“ des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr. Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten ab Juni 2018.

Auch bei der Planung des grünen Gewerbegebietes auf der Luneplate machen wir uns Gedanken, durch welche Maßnahmen der Verkehr im Quartier nachhaltig gestaltet werden kann – z.B. durch Car- und Bike-Sharing Angebote, Anschluss an den ÖPNV, ein attraktives Radwegenetz u.v.a.m.

Von daher möchten wir an dieser Stelle auf eine aktuelle Ausschreibung des BMU und des UBA hinweisen: Es werden Lösungswege und Konzepte gesucht, um städtische Siedlungsgebiete  langfristig umweltverträglich mit Waren und Gütern zu versorgen. Entsprechende Logistiklösungen sollen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig sein und die innerstädtische Waren-, Paket- und Briefzustellung koordinieren.

Zeigen auch Sie, wie nachhaltige Stadtlogistik aussehen kann (gerne auch am Beispiel LuneDelta) und bewerben Sie sich mit Ihrem Projekt! Alle Informationen zur Bundesförderung erhalten Sie unter nachhaltige-urbane-logistik.de und zusammengefasst im folgenden Flyer.

Diesen Artikel finden Sie hier.

Veröffentlicht: 06. Juni 2018 von Annette Schimmel, BIS Bremerhaven