Von Micro Hubs bis Big Data

Der Warenwirtschaftsverkehr explodiert – Mehr Pakete, Lieferfahrzeuge, Langstreckentransporte, eine immer stärkere Überlastung der Straßen. Die Infrastruktur ist überlastet.

Lösungsansätze erörterten die Experten des Mobilitätsforums auf dem Deutschen Kommunalkongress. „Das Problem muss frühzeitig und nachhaltig adressiert werden“, fordert Dietmar Prümm, Leiter Transport und Logistik bei PricewaterhouseCooper. „Kommunen müssen die Lösungen aktiv mitgestalten.“ Die Städte und Gemeinden müssten großzügige Lieferzeitfenster, freie Parkräume oder auch die Nutzung der Busspuren durch Lieferfahrzeuge ermöglichen. Für besonders interessant halten die Teilnehmer „Micro Hubs“: Depots, die auf den letzten 100 Metern vor den Kunden liegen. Sie erlauben, dass die letzte Strecke zum Beispiel mit Lastenrädern zurückgelegt wird. Auch Big Data war wichtiges Thema. Verbünde man die Daten der Städte mit denen der Logistiker, so könne man die Verkehrssteuerung enorm verbessern. Wulf-Holger Arndt vom Deutschen Institut für die Urbanisierung appelliert zudem an die Kommunen bereits in frühen Planungsstadien den wirtschaftsverkehr zu berücksichtigen. Eine drängende Frage des Auditoriums aus Kommunalpolitikern wird die Experten in Zukunft beschäftigen: Wie funktioniert der Spagat zwischen einer Verbesserung der Logistik für Lieferdienste und dem gleichzeitigen Erhalt der Innenstädte?

Veröffentlicht: 2017 von Kommunal.Daily Seite 9